Logo Besser mieten

Energie Richtig heizen – und Schimmel vermeiden

Folgende zehn Tipps helfen, Heizkörper oder Belüftungen optimal einzusetzen und die Wohnung sauber zu halten.

Text: Michael Metzger

 

Gut durchdachtes Heizen lohnt sich. So können Mieter oder Eigentümer Geld sparen und, mit ein wenig physikalischem Hintergrundwissen, Schimmelpilz vermeiden. Folgende zehn Tipps helfen, Heizkörper oder Belüftungen optimal einzusetzen und die Wohnung sauber zu halten.

 

Heizkörper entlüften

 

In einen Heizkörper, der bei Wintereinbruch nicht ordentlich arbeitet und zudem noch Geräusche von sich gibt, ist höchstwahrscheinlich über den Sommer zu viel Luft eingeströmt. Dadurch kann das erhitzte Wasser aus der Zentralheizung nicht optimal die Rohre durchströmen. Um die Luftblasen abzulassen, empfiehlt sich ein sogenannter Entlüftungsschlüssel, den man für wenige Euro im Baumarkt erhält. Er wird an dem Ventil angebracht, das sich auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats befindet. Zuerst das Ventil aufdrehen, dann warten. Wenn ein zischendes Geräusch ertönt, beginnt die Luft zu entweichen. Sobald Wasser herauströpfelt, muss das Ventil wieder geschlossen werden – der Heizkörper ist nun betriebsbereit.

 

Heizkörper richtig lesen

 

Je weiter man die Heizung aufdreht, desto wärmer wird sie. Allerdings stellen Thermostate die Heizkörper nicht auf eine absolute Temperatur ein, sondern sie orientieren sich an einer Idealtemperatur. Das bedeutet beispielsweise für die Heizstufe 3, dass der Wärmeregler versucht, eine mittlere Raumtemperatur um die 20 Grad zu erreichen. Die Zeichen und Zahlen auf dem Thermostat stehen für folgende Raumtemperaturen:

 

  • * (Sternchen): ca. 5 Grad Celsius, Frostschutz
  • Stufe 1: ca. 12 Grad Celsius
  • Stufe 2: ca. 16 Grad Celsius
  • Stufe 3: ca. 20 Grad Celsius
  • Stufe 4: ca. 24 Grad Celsius
  • Stufe 5: ca. 28 Grad Celsius

 

Heizkörper richtig positionieren

 

Im Idealfall stehen Heizkörper frei. Weder Vorhänge noch Möbelstücke sollten sie verdecken, sonst bleibt der Raum kälter. Bei Heizungen unter Fensterbänken kann die tatsächlich erzielte Temperatur unter dem Wert liegen, der auf dem Thermostat angegeben ist. Da die Wärme sich staut, nimmt das Thermostat viel zu früh an, dass die gewünschte Temperatur bereits erreicht ist.

 

Welche Temperatur in welchem Zimmer?

 

Eine Raumtemperatur zwischen 19 und 21 Grad gewährleistet optimales Wohlfühlen. Das ist gleichfalls eine gute Wärme, die dafür sorgt, dass die Wände nicht auskühlen und sich somit kein Wasser absetzen kann. Das Schimmelrisiko in der Wohnung bleibt gering. Auch in wenig genutzten Räumen sollte die Temperatur bei mindestens 16 Grad liegen. Solange sich Menschen in der Wohnung aufhalten, sie sich duschen oder ihr Essen kochen – und damit Dämpfe produzieren –, darf deshalb im Winter die Heizung in keinem Raum vollständig ausgeschaltet sein. Während der Morgendusche im Badezimmer oder dem Zubereiten von Essen in der Küche ist es ratsam, die Türen zu schließen. Vor dem Öffnen der Türen sollten die Zimmer kurz durchgelüftet werden. So wird verhindert, dass sich die Wasserdämpfe in die anderen Räume ausbreiten. 

 

Folgende Faustregeln gelten für folgende Wohnsituationen:

 

  • Im Wohnbereich die Raumtemperatur etwa bei 20 Grad belassen.
  • In der Küche heizen Herd und Kühlschrank mit, hier genügen 16 Grad.
  • Im Schlafzimmer reichen 16 bis 17 Grad für einen behaglichen Schlaf aus.

 

Rollläden runter, Vorhänge zu

 

Fenster isolieren weniger gut als Wände. Kluges Heizen bedeutet aber auch, so wenig Wärme wie möglich entweichen zu lassen. Geschlossene Rollläden und Vorhänge bieten zusätzlichen Schutz. Undichte Ritzen kann man mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband aus dem Baumarkt isolieren.

 

Stoßlüften im Winter

 

Eine Wohnung wird im Winter am besten täglich drei bis viermal stoßgelüftet. Das bedeutet: Heizung abdrehen, und alle Fenster öffnen. Der entstehende Durchzug sorgt dafür, dass die mit Feuchtigkeit aufgesogene Wohnungsluft mit trockener, kalter Winterluft ausgetauscht wird. Wer nach einem kurzen Stoßlüften direkt die Heizungsanlage wieder auf Zimmertemperatur aufdreht, erreicht schnell eine angenehme Wohntemperatur.

 

Heizkörper beim Lüften abstellen

 

Selbst bei einem Stoßlüften von nur fünf Minuten Dauer empfiehlt es sich, alle Heizkörper abzustellen. Die Thermostate reagieren auf Differenztemperaturen. Eine Heizung, die beispielsweise auf Stufe 3 eingestellt ist, erwärmt so lange das Zimmer, bis es dort durchschnittlich 20 Grad warm ist. Bei einem geöffneten Fenster wird dieses Ziel jedoch nie erreicht, der Heizkörper heizt die Umgebung einfach mit.

 

Kein Fensterkippen mit Heizung

 

Wer meint, Kippen sei im Winter besser als Lüften, weil weniger Kälte in die Wohnung eindringt, der irrt. Weil Winterluft so kalt ist, enthält sie kaum Luftfeuchtigkeit. Diese trockene Luft dringt in die Wohnung ein, wird dort durch Heizkörper erhitzt und saugt wie ein Schwamm die Feuchtigkeit aus der Wohnung. Trifft nun diese erhitzte und befeuchtete Luft auf eine kalte Oberfläche, wie beispielsweise ein gekipptes Fenster, entsteht Kondenswasser, das in die Ritzen des Holzrahmens abläuft – und damit einen perfekten Nährboden für Schimmel schafft.

 

Welche Temperatur in der Wohnung bei Abwesenheit?

 

Sind im Winter alle Bewohner für längere Zeit verreist, etwa über Weihnachten oder Silvester, wird in der Wohnung zwar kaum Luftfeuchtigkeit produziert. Es wäre aber ein Trugschluss, anzunehmen, dass die Heizung deshalb komplett abgedreht werden kann. Besonders bei Frost drohen große Schäden: Wasserleitungen können einfrieren und platzen. Wird der Taupunkt unterschritten – jene Temperatur, bei der sich Kondensation und Verdunstung die Waage halten –, setzt sich die Feuchtigkeit an den Oberflächen ab und es droht Schimmelbildung. Der Verband Privater Bauherren rät, eine Grundtemperatur von mindestens 17 Grad zu halten. Selbst der Spareffekt ist beim Abschalten gering: Komplett ausgekühlte Räume wieder aufzuheizen kostet enorm viel Energie.

Im Sommerurlaub allerdings sollte man die Heizanlage ganz abschalten. Denn auch im vermeintlichen Leerlauf-Modus kann Energie verbraucht werden – beispielsweise durch ein Anspringen an einem kühlen Morgen.

 

W-LAN Thermostate nachrüsten

 

Mittlerweile können Heizungen miteinander vernetzt werden, auch wenn man kein Smart-Home-System verwendet. Bei manchen Systemen ist dafür kaum zusätzliche Hardware erforderlich. Es genügt schon, günstige Thermostate für etwa 20 Euro pro Einheit zu kaufen und alle mit der Fritz-Box, die das heimische W-LAN steuert, zu vernetzen. Das trägt dazu bei, dass ein Heizungssystem lernt, in welchen Räumen sich der Mieter häufig aufhält, oder wo zu welchem Zeitpunkt welche Temperatur erforderlich ist. So kann Energie gespart werden, und die Temperatur wird in allen Räumen so reguliert, wie sie erwünscht ist.

Haben Sie eine Frage?
Kontaktieren Sie einen unserer Experten!

Zum Formular