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Einbruchschutz Den Balkon einbruchsicher machen

Schon kleine Anpassungen können große Effekte schaffen

Text: Simone Jacobius                

Rund 80 Prozent aller Einbrüche erfolgen über die Terrassentür oder ein Fenster auf der Rückseite des Hauses. Nur mit wenigen Handgriffen lassen sich ungesicherte Terrassen- oder Balkontüren von Einbrechern aufhebeln. Um vorzubeugen, kann man an diesen sensiblen Punkten einbruchhemmende Techniken einbauen und die Balkontüren nachrüsten. Die Verbesserung des Einbruchschutzes muss nicht teuer sein. Statt neuer Türen oder Fenster sorgen meist kleinere Anpassungen für große Effekte.

Die Polizei empfiehlt, sich für eine von drei einbruchhemmenden Schutzvarianten zu entscheiden: Pilzkopfzapfen plus abschließbarer Griff; Zusatzschlösser mit Scharniersicherung oder als dritte Möglichkeit eine Teleskopstange. „Wir empfehlen die erste oder zweite Variante, die beide in etwa gleich viel kosten“, sagt Jens Fritsch von der Beratungsstelle Einbruchschutz der Berliner Polizei. Acht Tipps, die für Balkontüren geeignet sind.

 

1. Abschließbare Fenstergriffe

 

In zehn Prozent aller Einbrüche schlagen Einbrecher ein kleines Loch in die Scheibe, um dann die Verriegelung von innen zu öffnen. Dafür benötigen sie kein besonderes Werkzeug, selbst ein harter Gegenstand von der Terrasse oder dem Balkon, der zufällig herumliegt, hilft ihnen. Das kann alles sein – vom tönernen Blumentopf bis zum dicken Buch auf dem Terrassentisch.

Abschließbare Fenstergriffe nach DIN 18104, die große Krafteinwirkungen aushalten, können es den Dieben erschweren, sich Zutritt zu verschaffen. Sie sind allerdings nur als Ergänzung zu sehen. Je mehr Zeit Einbrecher benötigen, um einzudringen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie aufgeben. „Wenn sie nicht schnell und geräuschlos ins Haus oder in die Wohnung gelangen, schreckt das Einbrecher in der Regel ab“, sagt Jens Fritsch von der Berliner Polizei. Wer sein Haus verlässt, sollte die Griffe also auf jeden Fall abschließen. Stabile Griffe mit 100 bis 200 Newtonmeter Verdreh- und Abreißschutz verkauft allerdings kein Baumarkt, sie sind nur im Fachhandel erhältlich.

 

2. Sicherheitsfolien

 

Das Einschlagen der Glastür verhindern beispielsweise Sicherheitsfolien. Diese sind transparent, so dass sie die Aussicht nicht stören, und in der Regel etwa 300 bis 350 Mikrometer stark. Die meist selbstklebende Splitterschutzfolie hält im Falle eines Angriffs auf das Fensterglas die Scheibe zusammen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Folie fachgerecht montiert wurde.

 

3. Aufschraubsicherungen

 

Ein anderer relativ günstiger Einbruchschutz sind sogenannte Aufschraubsicherungen, die sowohl an der Scharnier- als auch an der Fenstergriffseite des Rahmens befestigt werden und ein Aufhebeln verhindern. Sie sollten auf jeden Fall der DIN-Norm 18104 entsprechen. Einen Haken hat diese Sicherungsmethode jedoch: Sie ist sichtbar. Das heißt, die Balkontür erinnert für Gäste und Wohnungsinhaber ein wenig an die Schließtür eines Hochsicherheitstrakts, birgt jedoch den Vorteil, dass auch Verbrecher sofort erkennen: Diese Balkontür aufzuhebeln ist mit Aufwand verbunden. Und damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Einbrecher sich an sie heranwagen.

 

4. Pilzkopfzapfen

 

Dezenter aber ebenso wirksam sind die seit einigen Jahren erhältlichen Pilzkopfzapfenbeschläge, die an den Schienen entlang des Rahmens angebracht werden. Während normale zylindrische Rollzapfen leicht aus dem Rahmen gehebelt werden können, verkeilen sich die Pilzköpfe mit dem dazugehörigen Schließstück und erschweren das gewaltsame Eindringen. Für eine Balkontür sollten es mindestens zehn bis zwölf dieser Pilzkopfverriegelungen mit passenden Sicherheitsschließblechen und ein abschließbarer Griff sein.

 

5. Scharniersicherung

 

Auch eine Scharnier- oder Bändersicherung sorgt für mehr Schutz an Glastüren. Beide halten einen Druckwiderstand von einer Tonne aus. Diese Sicherung ist für alle Kunststoff- und Holzfenstertüren mit Dreh- und Drehkippbeschlag geeignet. Wer Fenster oder Balkontür nur kippen möchte, muss die Sicherung vorher allerdings per Hand entriegeln. Beim Schließen rastet sie dann meist automatisch wieder ein.

 

6. Stangenschloss

 

Die Installation eines Stangenschlosses von oben nach unten kann eine Alternative zum Nachrüsten sein. Stangenschlösser setzen dem Versuch, die Tür aufzuhebeln, einen erheblichen Druck entgegen – pro Sicherungspunkt eine Tonne und mehr.  Das wird durch eine sogenannte Riegelverkrallung im Fußboden oder Türrahmen erreicht. Diese Sicherung ist zur Montage auf fast allen nach innen zu öffnenden Fenstern und Fenstertüren geeignet. Der Schließvorgang wird in der Regel mit dem vorhandenen Türschloss gekoppelt, so dass das Stangenschloss beim Abschließen aktiviert wird.

 

7. Teleskopstangen

 

Horizontal sichern Teleskopstangen die Tür. Sie benötigen allerdings ein stabiles Befestigungssystem links und rechts der Tür, wo die Stange eingesetzt wird, und stören eventuell das Blickfeld.

 

8. Rollläden oder Jalousien

 

Die Balkontür blickdicht zu verschließen, beispielswiese mit bodenlangen Jalousien oder Rollläden, verstärkt den Schutz. Allerdings eignet sich nicht jedes Modell dafür. So können Rollos aus Kunststoff vom Einbrecher leicht aufgeschnitten werden. Einbruchhemmende Modelle bestehen meist aus Aluminium, Stahl oder Holz, bewegen sich in stabilen seitlichen Führungsschienen und können von außen nicht hochgeschoben werden.

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