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Wissenswertes Vor- und Nachteile einer Genossenschaftswohnung

Die Vorteile überwiegen bei einer Genossenschaftswohnung: Doch es gibt auch Nachteile

In einer Genossenschaftswohnung zu leben heißt: preiswertes Wohnen, lebenslanges Wohnrecht, Mitspracherecht und soziale Gemeinschaft. Das sind nur einige wenige Vorteile gegenüber einer privat vermieteten Wohnung.

 

Die Nachteile einer Genossenschaftswohnung

 

1. Vorteil:  Günstig und gut wohnen

 

Wohnungen sind Lebensraum. Deshalb steht dieser den Wohnungsgenossenschaftsmitgliedern in guter Qualität und zu bezahlbaren Preisen, also günstigen Mieten (Nutzungsgebühren) zur Verfügung. Genossenschaftswohnungen sind für alle Menschen da, sofern sie Mitglied werden. Senioren und jungen Familien genauso, wie Alleinerziehenden und Singles.

 

2. Vorteil: Wohnrecht auf Lebenszeit

 

Wer in eine Genossenschaftswohnung einzieht, erhält mit dem Einzug ein lebenslanges Wohnrecht. Mit dem Abschluss des Nutzungsvertrages erhält das Mitglied ein Dauernutzungsrecht. Eigenbedarfskündigungen sind in einer Wohnungsgenossenschaft nicht möglich, da ja jedes Mitglied Miteigentümer am Wohnungsbestand ist. Das Mitglied selbst kann jedoch jederzeit, unter Einhaltung der Kündigungsfristen den Nutzungsvertrag kündigen. Im Falle, dass er auch die Genossenschaft verlässt, erhält er seine Genossenschaftsanteile zurück. Ein Rausschmiss droht nur demjenigen, der die Regeln der Wohnungsgenossenschaft grob verletzt.

 

3. Vorteil: Mitbestimmungsrecht der Mitglieder

 

Wesentliches Merkmal einer Genossenschaftsmitgliedschaft ist das Mitbestimmungs- oder Mitwirkungsrecht. Jedes Mitglied hat die gleichen Rechte und Pflichten, unabhängig von der Höhe der Anteile. Als Gemeinschaftseigentümer kann das Mitglied mitbestimmen, was in der Wohnungsgenossenschaft passiert. Genossenschaftsmitglieder können mitentscheiden, ob neue Häuser gekauft werden sollen oder in welche Objekte investiert werden soll. Mehr dazu hier: https://www.wohnen-in-genossenschaften.de/genossenschaften/mitbestimmung.html

 

4. Vorteil: Finanzielle Überschüsse kommen den Mitgliedern zugute

 

Wohnungsgenossenschaften spekulieren nicht mit dem Geld, welches ihnen zur Verfügung steht. Erwirtschaftet die Wohnungsgenossenschaft Überschüsse, so werden diese nicht als Gewinn angelegt, sondern in die Sanierung und den Ausbau lebenswerter Wohnungen und in die Gestaltung des Wohnumfeldes investiert. Das alles geschieht umwelt- und klimagerecht.

 

Als Miteigentümer an der Wohnungsgenossenschaft erhält das Genossenschaftsmitglied  in der Regel Zinsen auf seine Genossenschaftsanteile. Sein Geld in Genossenschaften zu investieren ist eine recht sichere Angelegenheit. Genossenschaften wirtschaften risikoarm zum Wohle ihrer Mitglieder. Das eine Wohnungsgenossenschaft pleite geht, ist äußerst selten, weil sie durchdacht und ausgewogen in neue Projekte investieren und zumeist über ein Finanzpolster verfügt.

 

5. Vorteil: Lebensraum zum Wohlfühlen

 

Neben dem Wohnen in den eigenen vier Wänden gehören auch eine durchdachte  Gestaltung des Wohnumfeldes und eine stimmige Infrastruktur zum genossenschaftlichen Wohnen. In zahlreichen Wohnanlagen von Wohnungsgenossenschaften gibt es Spielplätze oder kleine Parkanlagen. Grünanlagen werden unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes angelegt. Die Ansiedlung von kleineren Geschäften, wie Bäcker oder Lebensmittelläden, wird unterstützt. Haltestellen von Bus und Bahn sowie Kindertagesstätten und Schulen befinden sich in der Nähe.

 

6. Vorteil: Das Service-Angebot

 

Hausmeister oder Hauswarte besuchen in regelmäßigen und kurzen Abständen die Mehrfamilienhäuser. Sie schauen nach dem Rechten und erledigen kleinere Reparaturen sofort. Ist die fachliche Arbeit eines Handwerkers notwendig, wird er zeitnah beauftragt. Sind Reparaturen, Maler- oder Elektroarbeiten notwendig, helfen die beauftragten Handwerker schnell, unkompliziert und zu fairen Preisen, für den Fall, dass die Reparaturen nicht von der Wohnungsgenossenschaft übernommen werden.

 

Die persönliche Beratung ihrer Mitglieder ist Wohnungsgenossenschaften wichtig. Deshalb bieten sie Sprechzeiten in Beratungs- und Servicecentern in Wohnortnähe an. Neben der Beratung zur Beseitigung eventueller Schäden oder Mängel in der Wohnung, werden Mitglieder auch in sozialen Notlagen beraten.

 

Manche Wohnungsgenossenschaften haben zudem Service-Apps eingerichtet. Dort kann man papierlos und ohne große Wege seine Kontaktdaten ändern, in seine Vertragsdokumente einsehen oder Nachrichten mit Anfragen oder Beschwerden an die Mitarbeiter schicken oder Schäden in der Wohnung melden. Auf interaktive Informationstafeln in den Hauseingängen erfahren die Hausbewohner Neuigkeiten aus der Wohnungsgenossenschaft, die Abfahrtszeiten der nächstliegenden Haltestelle von Straßenbahn und Bus oder wann die nächste Sperrmüllentsorgung stattfindet.

 

7. Vorteil: Soziale Gemeinschaft

 

Mieterfeste, Sommerfeste oder kleine Weihnachtsmärkte bringen Abwechslung in den Alltag und stärken gutes und faires nachbarschaftliches Zusammenleben. Beim entspannten Zusammensein werden Geschichten ausgetauscht, Nachbarn lernen sich  besser kennengelernt und man bespricht, wie man sich gegenseitig helfen kann. Jung hilft alt, Alt unterstützt jung. Singles unterstützen Familien, Familien helfen Singles.

 

Viele Wohnungsgenossenschaften haben auch Gemeinschafträume für ihre Mitglieder eingerichtet. In den „Mieter-Cafés“ finden Spielenachmittage, Chorproben oder Gymnastikkurse für Senioren statt. Schulkinder können dort am Nachmittag zur Hausaufgabenbetreuung oder an einem Bastelnachmittag teilnehmen.

 

 

 

Die Nachteile einer Genossenschaftswohnung

 

1. Nachteil: Beitrittspflicht in die Wohnungsgenossenschaft

 

Nur Genossenschaftsmitglieder können eine Wohnung mieten. Das heißt

mit dem Einzug in eine Genossenschaftswohnung ist ein Beitritt in eine Wohnungsgenossenschaft notwendig. Um Mitglied zu werden, muss der Interessent eine Beitrittserklärung abgeben und mindestens einen Geschäftsanteil an der Genossenschaft erwerben. Der Vorstand entscheidet über den Beitritt. Manchmal wird noch ein Beitrittsgeld fällig.

 

Die Höhe des Geschäftsanteils ist in der Genossenschaftssatzung festgelegt. Dieser sogenannte Pflichtanteil ist sofort zu bezahlen. Manche Wohnungsgenossenschaften lassen eine Ratenzahlung zu. https://www.wohnungsbaugenossenschaften.de/genossenschaften/warum-genossenschaft/wie-funktioniert-genossenschaft

Mit dem Einzug in die Wohnung kann die Zahlung weiterer Geschäftsanteile notwendig werden. Wie viele und in welcher Höhe richtet sich nach der Wohnungsgröße. Ein Anteil kostet zwischen 300 und 3 000 Euro. https://www.genossenschaften.de/satzung-der-genossenschaft

 

2. Nachteil: Verluste und Nachschusspflicht

 

Schreibt das Wohnungsunternehmen in einem Jahr Verlusten, kann die Vertreterversammlung festlegen, dass der Verlust die Geschäftsguthaben der einzelnen Mitglieder entsprechend reduziert.

 

In welcher Weise Genossenschaftsmitglieder haften, ist im Genossenschaftsgesetz https://dejure.org/gesetze/GenG/23.html festgeschrieben und wird in den jeweiligen Satzungen der Wohnungsgenossenschaften näher ausgeführt. So haften die Genossenschaftsmitglieder für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft. Das heißt im Falle einer Insolvenz der Genossenschaft haftet das Mitglied in Höhe seiner Geschäftsanteile. In Einzelfällen besteht eine Nachschusspflicht. Das wird in der jeweiligen Satzung der Wohnungsgenossenschaft geregelt.  Im Falle, dass Nachschüsse geleistet werden müssen, kann das Mitglied ein außerordentliches Kündigungsrecht geltend machen.

 

3. Nachteil: lange Rückzahlungszeiten nach Kündigung

 

Die Kündigung einer Genossenschaftswohnung ist etwas komplizierter als bei einer normalen Mietwohnung, weil sowohl das Mietrecht (für die Kündigung der Wohnung) als auch das Genossenschaftsrecht (für die Kündigung der Genossenschaftsmitgliedschaft) greifen. Bei einem Austritt aus der Genossenschaft muss diese dem ehemaligen Mitglied die Geschäftsanteile zurückzahlen. Bei der Auszahlung kann es zu langen Wartezeiten kommen.

 

4. Nachteil: Eingeschränktes Mitbestimmungsrecht

 

Überschreitet die Mitgliederanzahl der Wohnungsgenossenschaft eine bestimmte Größe (diese liegt in der Regel bei 1.500 Mitgliedern) verliert das Genossenschaftsmitglied sein direktes Stimmrecht. Das heißt, es wählt einen Vertreter in die Vertreterversammlung (passives Wahlrecht) und die Vertreter vertreten die Interessen der Mitglieder gegenüber des Wohnungsunternehmens in den Mitgliederversammlungen (aktives Wahlrecht).

 

5. Nachteil: Lange Wartezeiten

 

Guter und günstiger Wohnraum ist in manchen Städten und Gemeinden rar. Weil Wohnungsgenossenschaften diesen anbieten, gibt es lange Wartelisten und somit lange Wartezeiten für die Wohnungsbewerber. Manche Wohnungsgenossenschaften nehmen schon gar keine Mitglieder mehr auf. Das ist regional aber sehr unterschiedlich.

 

 

 

 

Ausführliche Beschreibungen der Vor- und Nachteile findet man hier: https://baugenossenschaft.info/vorteile-und-nachteile-einer-genossenschaftswohnung/ oder hier 

 

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