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Wissenswertes Kurz erklärt: Was ist eine WBG

Verschaffen Sie sich einen Überblick im Video

Wohnungsgenossenschaft oder auch Wohnungsbaugenossenschaft bietet ihren Mitgliedern eine gute, sichere und verantwortbare Wohnungsversorgung.

 

Ihren Mitgliedern preiswerten Wohnraum anzubieten, ist das Ziel jeder Wohnungsgenossenschaft. In Deutschland gibt es über 2 000 davon. Sie verwalten über zwei Millionen Wohnungen. Manche Wohnungsgenossenschaften sind schon über 100 Jahre alt, manche wurden erst in den vergangenen Jahren gegründet. In den neuen Bundesländern sind die Wohnungsgenossenschaften aus den Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften hervorgegangen. Sie sind hier auch üblicher als im Westen Deutschlands.

 

Die ersten Wohnungsgenossenschaften entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts. In einer Zeit des desolaten Wohnens und Wirtschaftskrisen. Die Bevölkerung in den Städten wuchs. Wohnen war entweder teuer oder unhygienisch und extrem eng.

 

Wohnungsgenossenschaften werden auch Wohnungsbaugenossenschaft, nur Baugenossenschaft, Siedlungsgenossenschaft oder Bauverein genannt. Name, Gegenstand,  Rechte und Pflichten der Mitglieder, Regelungen zum Geschäftsguthaben und viele andere wichtige Festlegungen sind in der Satzung der jeweiligen Wohnungsgenossenschaft festgeschrieben.

 

Wohnen zwischen Miete und Eigentum

 

In einer Genossenschaftswohnung können ausschließlich die Mitglieder dieser Genossenschaft wohnen. Die Mitglieder werden auch als Genossen bezeichnet. Sie erwerben Genossenschaftsanteile, deren Höhe in der Satzung festgelegt ist. Im Falle einer Kündigung werden diese Anteile wieder ausgezahlt. Mit dem Erwerb der Anteile wird das Genossenschaftsmitglied Miteigentümer dieser Wohnungsgenossenschaft. Zu beachten ist: Sie werden kein Wohnungseigentümer wie beim Wohnungskauf und sind somit auch nicht Eigentümer der bezogenen Wohnung. Genossenschaftsmitglieder werden Miteigentümer am Gesamtbestand des genossenschaftlichen Wohnungsunternehmens. Wer sich für eine Genossenschaftswohnung entscheidet, der wählt eine Wohnform, die zwischen Miete und Eigentum liegt. Deshalb heißt die monatliche Zahlung nicht Miete sondern Nutzungsgebühr.

 

Finanzielle Überschüsse kommen den Mitgliedern zugute

 

Wohnungsgenossenschaften spekulieren nicht mit dem Geld, welches ihnen zur Verfügung steht. Erwirtschaftet die Wohnungsgenossenschaft Überschüsse, so werden diese nicht als Gewinn angelegt, sondern in die Sanierung und den Ausbau lebenswerter Wohnungen und in die Gestaltung des Wohnumfeldes investiert. Das alles geschieht umwelt- und klimagerecht.

 

Gute Wohnqualität zu bezahlbaren Preisen

 

Der Zweck einer jeden Genossenschaft ist eine gute, sichere und sozial verantwortenbare Wohnungsversorgung ihrer Mitglieder. Wohnungen sind Lebensraum. Dieser steht den Wohnungsgenossenschaftsmitgliedern in guter Qualität zu bezahlbaren Preisen zur Verfügung. Genossenschaftswohnungen sind für alle Menschen da, sofern sie Mitglied werden. Senioren und jungen Familien genauso, wie Alleinerziehenden und Singles.

 

Wohnrecht auf Lebenszeit

 

Wer in eine Genossenschaftswohnung einzieht, erhält mit dem Einzug ein lebenslanges Wohnrecht. Mit dem Abschluss des Nutzungsvertrages erhält das Mitglied ein Dauernutzungsrecht. Eigenbedarfskündigungen sind in einer Wohnungsgenossenschaft nicht möglich, da ja jedes Mitglied Miteigentümer am Wohnungsbestand ist. Das Mitglied selbst kann jedoch jederzeit, unter Einhaltung der Kündigungsfristen den Nutzungsvertrag kündigen. Im Falle, dass er auch die Genossenschaft verlässt, erhält er seine Genossenschaftsanteile zurück.

 

Demokratische Entscheidungen

 

Wesentliches Merkmal einer Genossenschaftsmitgliedschaft ist das Mitbestimmungs- oder Mitwirkungsrecht. Jedes Mitglied hat die gleichen Rechte und Pflichten, unabhängig von der Höhe der Anteile. Jede Stimme hat das gleiche Gewicht. Als Gemeinschaftseigentümer kann das Mitglied mitbestimmen, was in der Wohnungsgenossenschaft passiert. Es gibt ein passives Mitbestimmungsrecht, das heißt die Mitglieder wählen ihre Vertreter und Vertreterinnen, die die Geschäftspolitik mitbestimmen und in einer jährlichen Vertreterversammlung die Geschäftspolitik des Vorstandes überprüfen. Und es gibt ein aktives Mitbestimmungsrecht. Dabei kann sich das Genossenschaftsmitglied selbst als Kandidat zur Vertreterversammlung aufstellen lassen. Mehr dazu hier: https://www.wohnen-in-genossenschaften.de/genossenschaften/mitbestimmung.html

 

Lebensraum zum Wohlfühlen

 

Neben dem Wohnen in den eigenen vier Wänden gehören auch eine durchdachte  Gestaltung des Wohnumfeldes und eine stimmige Infrastruktur zum genossenschaftlichen Wohnen. In zahlreichen Wohnanlagen von Wohnungsgenossenschaften gibt es Spielplätze oder kleine Parkanlagen. Grünanlagen werden unter Gesichtspunkten des Umweltschutzes angelegt. Die Ansiedlung von kleineren Geschäften, wie Bäcker oder Lebensmittelläden, wird unterstützt. Haltestellen von Bus und Bahn sowie Kindertagesstätten und Schulen befinden sich in der Nähe.

 

Bewirtschaftung von Immobilien

 

Eine Wohnungsgenossenschaft kann aber auch wie andere Wohnungs- oder Immobilienunternehmen Gebäude aller Nutzungsformen bewirtschaften, errichten, erwerben oder betreuen. Das können kleine Läden, Räumlichkeiten für kulturelle oder soziale Einrichtungen oder andere Gemeinschaftseinrichtungen sein.

 

Die Genossenschaft kurz erklärt hier im Video

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